Die Entwicklung der
kindlichen Wirbelsäule
und Reifung der Hüften
Sich einrollen wie ein Embryo – diese Haltung tut jedem gut! Kein Wunder, denn es ist die Haltung, die wir schon im Mutterleib hatten. Für Babys ist es die einzig natürliche Haltung. Erst nach einer Entwicklung, welche 12 Monate andauert, hat die Wirbelsäule ihre gestreckte Haltung erreicht:
Wenn das Kind geboren wird, ist der Rücken noch ganz rund (Totalkyphose). Erst mit ca. 6 Wochen kann das Kind den Kopf selbstständig heben und halten. Die Hals- und Nackenmuskulatur wird stabil. Der Fachbegriff hierfür heißt Halslordose.
Mit ca. 7-10 Monaten lernt es sitzen, als Folge der Kräftigung der Muskeln im Brustwirbelsäulenbereich. Der Fachbegriff hierfür heißt Brustkyphose.
Mit ca. einem Jahr lernt es laufen, nicht zuletzt, weil der Lendenwirbelbereich nun stabilisiert ist. Der Fachbegriff hierfür heißt Lendenlordose.
Das
Baby ist in den ersten Monaten noch rund und sollte auch
so gehalten werden. Von vielen Kindern wird daher die
Rückenlage im Kinderbettchen und Kinderwagen als nicht
sehr angenehm empfunden. Im Wachzustand zieht jeder
Säugling automatisch die Beinchen an und spreizt diese
ein wenig.
In dieser Haltung sollte das Kind auch getragen werden.
Das
das Kind mit unreifen Hüften geboren wird, ist diese
Haltung optimal für deren Reifung. Das Hüftgelenk
besteht zu Beginn überwiegend aus Knorpel, der zwischen
dem 3. und 9 Lebensmonat beständig durch Knochensubstanz
ersetzt wird. Eine richtige Stellung des Hüftknochens
zur Hüftpfanne ist daher unerlässlich.
Eine Fehlstellung, die nicht korrigiert wird, welche
beispielsweise aus einer Beckenendlage entstehen kann
oder auf Grund falsche Haltung nach der Geburt, kann
sich diese verfestigen (Hüftdysplasie).
Früher Gelenkverschluss (Arthrose) können die Folge
sein. Im schlimmsten Fall kann der Gelenkkopf aus der
Gelenkpfanne herausrutschen (Hüftluxation).
Hüftdysplasien sind heutzutage per Ultraschall bei den
Vorsorgeuntersuchungen gut zu erkennen und zu behandeln.
Wenn die Hüftdysplasie nicht angeboren ist, kann das
Tragen im korrekt gebundenen Tuch dazu beitragen, dass
eine solche gar nicht erst entsteht. Die Haltung, die
das Kind im Tuch haben sollte (Anhock-Spreiz-Haltung)
ist übrigens genau die Haltung, in der das Kind in einer
Spreizhose-/schiene gehalten wird.
Das Tragen im Tragetuch ist also optimal für eine
gesunde Hüftreifung.
http://www.didymos.de/html/sah.htm
Tragen liegt in unserer
Natur
Der Mensch ist von Natur
aus ein Tragling. Daher ist es nur normal, dass jedes
Neugeborene lautstark protestiert, wenn man es ablegen will.
Bis zu seiner Geburt, kannte es nur die beschützende Wärme
im Mutterleib und den ihm gegebenen Halt darin. Es kannte
keine Schwerkraft und kein Hungergefühl. Es war rundum
versorgt und wurde immer sanft geschaukelt. Es gab keine
absolute Ruhe, sondern nur die ihm vertrauten Mamageräusche.
Kinderwagen, Schnuller und Kuscheltücher sind nur von
Menschen erfundener Ersatz, den das Baby nicht braucht, was
das Baby möchte und braucht, ist die Nähe seiner Eltern.
Im Tuch getragen zu werden gibt dem Kind diese Geborgenheit
- es hockt rund darin wie in Mamas Bauch, es spürt ihre
Körperwärme, es ist nicht allein.
Das Getragenwerden stärkt das Urvertrauen und legt damit die
Grundlage für eine spätere Selbstständigkeit.
Ein Kind wird nicht zur Selbständigkeit erzogen, in dem man
es alleine lässt; nur wenn man auf seine Bedürfnisse
eingeht, und diese auch wirklich befriedigt, kann das Kind
in seinem späteren Leben fähig sein, sozial…
Indem wir unser Kind tragen, fördern wir die Entwicklung der
kindlichen Hüfte und Wirbelsäule in erheblichem Maße. Der
Gleichgewichtssinn des Kindes wird geschult und es kann
aktiv an seiner Umwelt teilnehmen. Wenn es durch die
äußerlichen Einflüsse überreizt ist, kann es getrost den
Kopf an Mamas Brust legen und den störenden Ereignissen
entfliehen.
Auch die Eltern werden das Tragen als äußerst positiv erleben.
Sätze wie "Mein Kind
will nur getragen werden!" - "Ich komme zu überhaupt nichts
mehr im Haushalt!" - "Ich bin total fertig und müde!" kennen
viele Eltern nur zu gut. Statt des ersehnten Babyglücks, von
dem jeder einem doch immer so vorgeschwärmt hat, erleben
viele Eltern die Ankunft des Kindes als Ausnahmezustand.
Ging mir auch so! Manchmal immer noch. Aber als ich gelernt
habe, zu akzeptieren, dass mein Sohn das alles nicht mit
Absicht macht und nicht um mich zu ärgern oder zu
tyrannisieren, sondern nur danach verlangt, dass seine
Grundbedürfnisse befriedigt werden, ging es besser. Und das
Tuch war eine riesen Erleichterung. Endlich wieder die Hände
frei! Ich habe z. B. mit schlafendem Baby im Tuch Hausarbeit
gemacht, wie Staubsaugen und Aufräumen, ich konnte mich auch
gemütlich in den Sessel setzen und lesen. Endlich taten mir
mein Rücken und meine Arme vom Rumtragen nicht mehr weh. In
einem gut gebundenen Tuch spürt man das Gewicht des Kindes
kaum. Endlich wieder mobil sein. Mit Kind im Tuch sind auch
Stufen, schwere Türen und öffentliche Verkehrsmittel kein
Problem mehr. Man braucht keinen netten Herrn, der einem
mal mit dem Kinderwagen behilflich ist, beim Aussteigen aus
dem Bus oder einem die Tür aufhält. Auch Spazierengehen ist
mit dem Kind im Tuch wunderschön. Man spricht leise zu ihm,
was man alles sieht und vielleicht ist es auch schon in der
Lage sich selbst umzuschauen, es kann alles aus der
Augenhöhe der Mama wahrnehmen und bekommt aktiv mit, was um
es herum passiert. Wird es ihm zuviel, kann es sich an Mama
kuscheln und einfach die Augen schließen. Alles, was um es
herum passiert, ist dann vergessen.
Das Tragen hat aber auch emotionale Vorteile. Ich kann die
Bedürfnisse eines Kindes viel unmittelbarer wahrnehmen und
schneller darauf reagieren, weil ich nicht auf das
Fernsignal des Weinens angewiesen bin. Und: Das Tragen
harmonisiert die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Es ist
erwiesen, dass das Tragen sogar das Risiko postnataler
Depressionen senkt.
Mir half das Tragen sehr über die schwere Zeit nach dem
ungewollten Notkaiserschnitt hinweg.
Das Tragetuch
Es sollte immer die erste Wahl sein. Kein fertiges Produkt kann Ihr Baby so fest umschließen und stützen, nichts anderes wächst mit Ihrem Kind mit und lässt sich so individuell anpassen. Richtiges Tragen liegt mir sehr am Herzen, in jeder Stufe der kindlichen Entwicklung!
Unerlässlich ist es jedoch
in den ersten Lebensmonaten, wenn der Rücken und das Becken
noch unreif sind und das Baby während des Tragens einschläft
und die Muskulatur erschlafft.
Natürlich können sie auch Komforttragen bei mir
ausprobieren, falls Ihnen oder Ihrem Baby das Binden eines
Tuches wirklich nicht liegen sollte. Die meisten sind ganz
einfach mit einigen „Klicks“ zu handhaben. Einmal angepasst,
sind sie schnell angelegt.
Aber auch hier sollten einige wichtige Kriterien erfüllt
werden, welche ich Ihnen gerne erklären werde.
Tragetücher, Komforttragen und entsprechendes Zubehör können
jederzeit über mich zu Sonderkonditionen erworben werden.
Fragen Sie in Beratungsterminen danach oder schreiben Sie
mich einfach an.