Die Entwicklung der kindlichen Wirbelsäule
und Reifung der Hüften

Sich einrollen wie ein Embryo – diese Haltung tut jedem gut! Kein Wunder, denn es ist die Haltung, die wir schon im Mutterleib hatten. Für Babys ist es die einzig natürliche Haltung. Erst nach einer Entwicklung, welche 12 Monate andauert, hat die Wirbelsäule ihre gestreckte Haltung erreicht:

  1. Wenn das Kind geboren wird, ist der Rücken noch ganz rund (Totalkyphose). Erst mit ca. 6 Wochen kann das Kind den Kopf selbstständig heben und halten. Die Hals- und Nackenmuskulatur wird stabil. Der Fachbegriff hierfür heißt Halslordose.

  2. Mit ca. 7-10 Monaten lernt es sitzen, als Folge der Kräftigung der Muskeln im Brustwirbelsäulenbereich. Der Fachbegriff hierfür heißt Brustkyphose.

  3. Mit ca. einem Jahr lernt es laufen, nicht zuletzt, weil der Lendenwirbelbereich nun stabilisiert ist. Der Fachbegriff hierfür heißt Lendenlordose.

Das Baby ist in den ersten Monaten noch rund und sollte auch so gehalten werden. Von vielen Kindern wird daher die Rückenlage im Kinderbettchen und Kinderwagen als nicht sehr angenehm empfunden. Im Wachzustand zieht jeder Säugling automatisch die Beinchen an und spreizt diese ein wenig.
In dieser Haltung sollte das Kind auch getragen werden.

Das das Kind mit unreifen Hüften geboren wird, ist diese Haltung optimal für deren Reifung. Das Hüftgelenk besteht zu Beginn überwiegend aus Knorpel, der zwischen dem 3. und 9 Lebensmonat beständig durch Knochensubstanz ersetzt wird.  Eine richtige Stellung des Hüftknochens zur Hüftpfanne ist daher unerlässlich.
Eine Fehlstellung, die nicht korrigiert wird, welche beispielsweise aus einer Beckenendlage entstehen kann oder auf Grund falsche Haltung nach der Geburt, kann sich diese verfestigen (Hüftdysplasie).
Früher Gelenkverschluss (Arthrose) können die Folge sein. Im schlimmsten Fall kann der Gelenkkopf aus der Gelenkpfanne herausrutschen (Hüftluxation).
Hüftdysplasien sind heutzutage per Ultraschall bei den Vorsorgeuntersuchungen gut zu erkennen und zu behandeln. Wenn die Hüftdysplasie nicht angeboren ist, kann das Tragen im korrekt gebundenen Tuch dazu beitragen, dass eine solche gar nicht erst entsteht. Die Haltung, die das Kind im Tuch haben sollte (Anhock-Spreiz-Haltung) ist übrigens genau die Haltung, in der das Kind in einer Spreizhose-/schiene gehalten wird.
Das Tragen im Tragetuch ist also optimal für eine gesunde Hüftreifung.


http://www.didymos.de/html/sah.htm


Tragen liegt in unserer Natur

Der Mensch ist von Natur aus ein Tragling. Daher ist es nur normal, dass jedes Neugeborene lautstark protestiert, wenn man es ablegen will. Bis zu seiner Geburt, kannte es nur die beschützende Wärme im Mutterleib und den ihm gegebenen Halt darin. Es kannte keine Schwerkraft und kein Hungergefühl. Es war rundum versorgt und wurde immer sanft geschaukelt. Es gab keine absolute Ruhe, sondern nur die ihm vertrauten Mamageräusche. Kinderwagen, Schnuller und Kuscheltücher sind nur von Menschen erfundener Ersatz, den das Baby nicht braucht, was das Baby möchte und braucht, ist die Nähe seiner Eltern.

Im Tuch getragen zu werden gibt dem Kind diese Geborgenheit - es hockt rund darin wie in Mamas Bauch, es spürt ihre Körperwärme, es ist nicht allein.
Das Getragenwerden stärkt das Urvertrauen und legt damit die Grundlage für eine spätere Selbstständigkeit.
Ein Kind wird nicht zur Selbständigkeit erzogen, in dem man es alleine lässt; nur wenn man auf seine Bedürfnisse eingeht, und diese auch wirklich befriedigt, kann das Kind in seinem späteren Leben fähig sein, sozial…
Indem wir unser Kind tragen, fördern wir die Entwicklung der kindlichen Hüfte und Wirbelsäule in erheblichem Maße. Der Gleichgewichtssinn des Kindes wird geschult und es kann aktiv an seiner Umwelt teilnehmen. Wenn es durch die äußerlichen Einflüsse überreizt ist, kann es getrost den Kopf an Mamas Brust legen und den störenden Ereignissen entfliehen.

Auch die Eltern werden das Tragen als äußerst positiv erleben.

Sätze wie "Mein Kind will nur getragen werden!" - "Ich komme zu überhaupt nichts mehr im Haushalt!" - "Ich bin total fertig und müde!" kennen viele Eltern nur zu gut. Statt des ersehnten Babyglücks, von dem jeder einem doch immer so vorgeschwärmt hat, erleben viele Eltern die Ankunft des Kindes als Ausnahmezustand. Ging mir auch so! Manchmal immer noch. Aber als ich gelernt habe, zu akzeptieren, dass mein Sohn das alles nicht mit Absicht macht und nicht um mich zu ärgern oder zu tyrannisieren,  sondern nur danach verlangt, dass seine Grundbedürfnisse befriedigt werden, ging es besser. Und das Tuch war eine riesen Erleichterung. Endlich wieder die Hände frei! Ich habe z. B. mit schlafendem Baby im Tuch Hausarbeit gemacht, wie Staubsaugen und Aufräumen, ich konnte mich auch gemütlich in den Sessel setzen und lesen. Endlich taten mir mein Rücken und meine Arme vom Rumtragen nicht mehr weh. In einem gut gebundenen Tuch spürt man das Gewicht des Kindes kaum. Endlich wieder mobil sein. Mit Kind im Tuch sind auch Stufen, schwere Türen und öffentliche Verkehrsmittel kein Problem mehr.  Man braucht keinen netten Herrn, der einem mal mit dem Kinderwagen behilflich ist, beim Aussteigen aus dem Bus oder einem die Tür aufhält. Auch Spazierengehen ist mit dem Kind im Tuch wunderschön. Man spricht leise zu ihm, was man alles sieht und vielleicht ist es auch schon in der Lage sich selbst umzuschauen, es kann alles aus der Augenhöhe der Mama wahrnehmen und bekommt aktiv mit, was um es herum passiert. Wird es ihm zuviel, kann es sich an Mama kuscheln und einfach die Augen schließen. Alles, was um es herum passiert, ist dann vergessen.
Das Tragen hat aber auch emotionale Vorteile. Ich kann die Bedürfnisse eines Kindes viel unmittelbarer wahrnehmen und schneller darauf reagieren, weil ich nicht auf das Fernsignal des Weinens angewiesen bin. Und: Das Tragen harmonisiert die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Es ist erwiesen, dass das Tragen sogar das Risiko postnataler Depressionen senkt.

Mir half das Tragen sehr über die schwere Zeit nach dem ungewollten Notkaiserschnitt hinweg.

 

Das Tragetuch
 

Es sollte immer die erste Wahl sein. Kein fertiges Produkt kann Ihr Baby so fest umschließen und stützen, nichts anderes wächst mit Ihrem Kind mit und lässt sich so individuell anpassen. Richtiges Tragen liegt mir sehr am Herzen, in jeder Stufe der kindlichen Entwicklung!

Unerlässlich ist es jedoch in den ersten Lebensmonaten, wenn der Rücken und das Becken noch unreif sind und das Baby während des Tragens einschläft und die Muskulatur erschlafft.

Natürlich können sie auch Komforttragen bei mir ausprobieren, falls Ihnen oder Ihrem Baby das Binden eines Tuches wirklich nicht liegen sollte. Die meisten sind ganz einfach mit einigen „Klicks“ zu handhaben. Einmal angepasst, sind sie schnell angelegt.

Aber auch hier sollten einige wichtige Kriterien erfüllt werden, welche ich Ihnen gerne erklären werde.

Tragetücher, Komforttragen und entsprechendes Zubehör können jederzeit über mich zu Sonderkonditionen erworben werden.

Fragen Sie in Beratungsterminen danach oder schreiben Sie mich einfach an.


 



 

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